Über Ines Miersch-Süß

„Was Architektur heute für mich bedeutet? Zukunft! Es ist und bleibt die wichtigste Aufgabe der Architektur, den Menschen Hoffnung und eine Perspektive zu geben.“

Ines Miersch-Süß, im Interview über die Zukunft der Architektur

 

 

Ines Miersch-Süß (geb. am 4.Juli 1968, Meissen) ist eine Deutsche Architektin, Zukunftskuratorin und Beraterin für Innovationsstrategie. 

Ausbildung und Studium

Ines Miersch-Süß wird als Tochter einer Arbeiterfamilie geboren. Sie begeistert sich zuerst für Modedesign und wird für ihre Begabung im Freihandzeichnen früh gefördert und auch ausgezeichnet.

1986 macht sie ihr Abitur mit besonderer Sprachspezifikation in Englisch, Französisch und Russisch. Parallel absolviert Ines Miersch-Süß bereits ab 1985 ein Abendstudium für Grafik und Malerei bei Prof. Fritz Panndorf an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und nimmt im Anschluss daran ihr Architekturstudium an der Technischen Universität Dresden auf (1988 bis 1993). Ihre Studienschwerpunkte sind der Gesellschafts- und Industriebau, der Städtebau sowie die Weiterentwicklung historischer zu modernen Architekturen. Schon im fünften Semester beteiligt sie sich ein erstes Mal am Schinkel-Wettbewerb und reicht den Entwurf einer Pontonbrücke zwischen dem BEHALA-Osthafen und dem Ostbahnhof in Berlin ein. Wichtige Impulse erhält Ines Miersch-Süß zudem schon früh durch ihre diversen Auslandserfahrungen. Prägend ist ein Stipendienaufenthalt am Centro Internazionale di Studi di Architettura di Andrea Palladio in Vicenza, Italien, 1991, bei dem sie unter anderem auf Mario Botta und Kenneth Frampton trifft. Sie erforscht die Andrea-Palladio-Bauten im Veneto sowie das architektonische Gesamtwerk des italienischen Architekten Carlo Scarpa.

Wegweisend ist außerdem ihre Studienzeit 1991/92 als Stipendiatin des CIES (Centre international des étudiants et stagiaires) an der Écolé d’Architecture Nanterre La Défense in Paris mit dem Schwerpunkt Städtebau "Forme urbane" und "Programmation Urbane". Gleichzeitig beschäftigt sie sich intensiv mit dem Großstadtumbau der Metropole Paris durch den Stadtplaner Georges-Eugène Haussmann sowie mit dem Werk seines katalanischen Kollegen Ildefons Cerdà, der den modernistischen Bezirk Eixample in Barcelona entwarf. In Paris erwacht auch ihr Interesse an den eher philosophisch-theoretischen Aspekten der Architektur, und sie setzt sich intensiv mit dem Dekonstruktivismus, insbesondere mit den Theorien von Jean-François Lyotard auseinander.

Der Begriff Masterplanung gewinnt in Paris erstmals Bedeutung durch die Grands Projets, ein von François Mitterrand initiiertes Erneuerungsprogramm für die Stadt Paris von den 70er- bis zu den 90er-Jahren, das als visionäres Gesamtkonzept ihre spätere Projektarbeit als Architektin und Museumsplanerin entscheidend beeinflussen wird. Wichtige Vorbildrolle für Ines Miersch-Süß haben auch die Werke der italienischen Architektin Gae Aulenti, allen voran das Pariser Musée d’Orsay, das Gae Aulenti zum großen Durchbruch verhalf.

1993 erlangt Ines Miersch-Süß ihr Ingenieursdiplom bei Professor Carlo Weber mit dem Entwurf für eine Konzerthalle der Dresdner Philharmonie. Die gläserne Hülle umschließt einen deutlich sichtbaren Konzertsaal in Form eines Schuhkartons, dessen Inneres die Form einer Arena hat und für 1450 Plätze konzipiert wurde. Damals noch reine Zukunftsmusik, denn erst 23 Jahre später wird ein ganz ähnliches Oval tatsächlich gebaut – mit dem Berliner Pierre Boulez Saal, den Frank O. Gehry völlig unabhängig, jedoch als Kammerkonzertsaal mit max. 622 Plätzen, entwarf.

Architektur und Museumsplanung

Von 1994 bis 1995 folgt ein Arbeitsaufenthalt in Italien. Sie erlernt die vierte Fremdsprache. 1996 ist sie mit dem Bühnenbildner Thomas Hamann für eine Ausstellung am Deutschen Hygiene-Museum tätig. 1997 erhält sie den Schinkel-Sonderpreis der Berliner Messe GmbH für den Entwurf zur Erneuerung des Ausstellungsgeländes für die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin (heute offiziell: ILA Berlin Air Show). Im gleichen Jahr folgt eine erste internationale Projektbeteiligung beim Bau der ersten Chipfabrik in Dresden, der Fab 30 von AMD (heute Global Foundries).

Im Juni 1997 wird Ines Miersch-Süß als Beraterin für das renommierteste Kulturprojekt der Sächsischen Staatsregierung engagiert und macht mit der Neukonzeption des Dresdner Residenzschlosses als Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf sich aufmerksam. Es ist der Beginn ihrer Karriere als Expertin für die Neuaufstellung von Museen durch die Neukonzeption der Museumsarchitektur. In dieser Zeit arbeitet sie mit Persönlichkeiten wie Werner Schmidt, Georg Milbradt, dem Sächsischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Prof. Hans Joachim Meyer sowie Prof. Dirk Syndram zusammen. Von 1998 bis 2008 folgen zahlreiche Museumsprojekte für das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK).

Ines Miersch-Süß erhält ab 2001 zahlreiche Lehraufträge in den Bereichen World Heritage und Museumsplanung, darunter auch an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel oder der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU), und veröffentlicht Beiträge in einschlägigen Fachzeitschriften wie „RESTAURO“ und in Sonderpublikationen.

2001 gründet sie ihr erstes Büro co+ operate solutions+co. Sie wird mit der Fachplanung für die Museumslandschaft Hessen Kassel (2005), mit den Museumsentwicklungen in Dresden, unter anderem dem Albertinum (2004) und der Museumskonzeption Sachsen (Unterbringungskonzeption 2020 mit Flächenentwicklungsplan; 1999 und 2007), Museumsentwicklungen im Aufgabenbereich der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Abteilung Kulturelle Angelegenheiten für die Museumslandschaft Berlin (2008) sowie weiteren Projekten im Rahmen der Entwicklungskonzeption für den Um- und Erweiterungsbau des Bauhaus-Archivs Museum für Gestaltung (2003 bis 2013) betraut und legt mit ihrem Masterplan 2013 die Grundlage für die Neuausrichtung für den Gropiusbau. Wichtige Meilensteine sind auch die Projektleitung für die Innenausstattung des Humboldt Forums im Berliner Schloss im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (2009 bis 2011) und die Neugestaltung einer Architektur für den Domschatz Minden (2017).

Ende 2017 schließt sie nach 20 Jahren ihre Karriere als Museumsplanerin ab.

Internationaler Aufbruch und Zukunftsengagement 

Seit Februar 2017 leitet sie als Präsidentin die MSAO FUTURE FOUNDATION. Die Stiftung ist internationales Forum für dingende Zukunftsthemen. Als Engineering-Engagement ist die Stiftungsarbeit auf internationale Verständigung, Innovation und Zukunft sowie die Entwicklung von Städtebau und Architektur im 21. Jahrhundert ausgerichtet. Sie kuratiert die Zukunftsprojekte und baut das Engagement Profil der Stiftung kontinuierlich auf. Ines Miersch-Süß ist weltweit die erste Architektin mit einer eigenen Stiftung zu Herausforderungen der Zukunft und der Gesellschaft.

Von September 2017 bis Januar 2018 baute Ines Miersch-Süß für den Wirtschaftsrat Sachsen die erste Fachkommission für internationale Beziehungen auf Landesebene auf. Sie übernahm den Vorsitz der Fachkommission in der Aufbauphase. Diese berät die sächsische Politik und die Regierung zu den Handlungsfeldern Globalisierung, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Internationalisierung in Sachsen.

Ines Miersch-Süß ist Inhaberin von MSAO MIERSCH SUESS ARCHITECTURAL OFFICES.

Privatleben

Ines Miersch-Süß ist seit 2002 verheiratet mit dem Bauingenieur Holger Süß. Sie leben in Dresden und Berlin. Sie haben zwei gemeinsame Töchter (15 und 19).  Ihre Tochter Patricia Süß (19) studiert Maschinenbau an der RHTW Aachen.




Website von MSAO MIERSCH SUESS ARCHITECTURAL OFFICES
Website der MSAO FUTURE FOUNDATION
Webseite zur Museumsplanung


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01 Ines Miersch-Süß MSAO Miersch Suess Architectural Offices
Die Architektin Ines Miersch-Süß; Foto: Lars Neumann


02 Ines Miersch-Süß, MSAO, Behala Modell
Entwurf einer Fußgängerbrücke zwischen dem BEHALA-Osthafen und dem Ostbahnhof in Berlin


03 Konzertsaal Ines Miersch-Süß MSAO
Konzertsaalentwurf für eine Dresdner Philharmonie


04 ILA Preis, Ines Miersch-Süß MSAO
Aufsicht Modell zum architektonischen Ausstellungskonzept für die ILA 1998 in Schönefeld, Haupteingangsbereich


05 Bauhaus Re Design Ines Miersch-Süß MSAO
Mittelbau des Bauhaus-Archivs zur Nutzung als Bibliothek, Re-Design, Phase 3_2008


06 Domschatz Minden Ines Miersch-Süß MSAO
Hülle aus mattsilbernen Alucobond-Platten für das als silberne Pyxis konzipierte Gebäude des Domschatzes Minden; Foto: HC Krass
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