ART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-Süß
Miersch-Süß erfindet das Bauhaus-Archiv neu: RE DESIGN in drei Phasen: 2003 Erweiterung, 2005 SANAA Entwurf im PPP Modell- im Bild hier mit Info Pavillon, 2008-2013 Archiv und Museum getrennt in Bestand & Neubau, Beschluss im Koalitionsvertrag

Noch mehr Raum, noch mehr Design!

Nach dem RE Design Konzept der Dresdner Museumsplanerin und Architektin Ines Miersch-Süß MSAO avanciert das Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung in Berlin zu einem deutschlandweit und international strahlenden Publikumsmagneten.

"An einem Gropius Entwurf "weiter" zu arbeiten, verlangt viel Demut und Können zur gleichen Zeit. In die Seele des Entwurfes eines anderen Architekten einzutauchen setzt voraus, dass man sich selbst zurücknehmen kann."
Ines Miersch-Süß MSAO

Seit 2003 hat die erfahrene Architektin an der Designkonzeption den Umbau und Erweiterungsbau 10 Jahre lang getüftelt. Dreimal musste Anlauf genommen werden, bis das aktuelle Designkonzept Realität wird.

Die neue Designkonzeption rückt das Potential des 1967 eröffneten Ausstellungsgebäudes in einen neuen Fokus. Es wird seinem Namen als Bauhaus Archiv gerecht und tritt zukünftig deutlich als solches in Erscheinung. Im Mittelbau, hier mit den markanten Sheddächern zu sehen, wird die Bauhaus - Bibliothek zentral und mit imposantem Erscheinungsbild einen neuen Schwerpunkt setzen: Der Lesesaal des Bauhaus Archiv wird zum Highlight des von Walter Gropius gedachten Archivbauwerkes.

Auf den Ideen des japanischen Architekturbüros SANAA aus dem ersten Wettbewerb 2005 (- diese Vorstellung der Senatsverwaltung für ein privatfinanziertes Projekt musste 2005 verworfen werden - ) baut die Innovation und entscheidende Neuerung für das Bauhaus Archiv Museum für Gestaltung auf. Miersch-Süß MSAO entwickelt hier die SANAA Lösung mit zwei getrennten Bauwerken weiter: aus dem ursprünglich gedachten Investorengebäude reift die Idee eines selbstständigen Ausstellungshauses, das Museum für Gestaltung.

Volker Staab Architekten geben diesem Design der Architektin Ines Miersch-Süß MSAO und des japanischen Architekurbüros SANAA jetzt formell die planerische Fassung und leiten die Sanierung. Das Gebäudeensemble soll in 2022 eröffnet werden.  

ART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-Süß
Miersch-Süß Entwurf Info-Pavillon zur Neugestaltung Bauhaus-Archiv RE Design Phase 2 _2005

Langer Atem - Innovation und Erfolge

Dass dieses gigantische Projekt langjährig vorbereitet werden muss, versteht sich von selbst. Die Architektin Ines Miersch-Süß, die längst als Geheimtipp für Museumsplanungen gilt, hat sich seit zehn Jahren dieser komplexen Aufgabe angenommen: „Dreimal musste der Masterplan überarbeitet werden, weil alle gedachten Vorgaben der Senatsverwaltung in der Praxis nicht umsetzbar waren“, erläutert sie.

Zwei Frauen - ein Plan

Miersch-Süß war seit 2003 persönliche Beraterin der frisch gebackenen Direktorin Annemarie Jaeggi. Nur 14 Tage nach deren Amtsantritt im August 2003 finden sich die Architektin und die Kunsthistorikerin, Tochter Schweizer Diplomaten, zum Neuanfang zusammen. Diese Zusammenarbeit dauert bis 2013 an. "Meinen letzten persönlichen Rat an Annemarie Jaeggi habe ich ihr bei einem Kaffee auf Schloss Eckberg in Dresden gegeben: Argumentieren Sie mit dem Jahr 2019. Wenn das Bauhaus-Archiv in Berlin zum 100sten Jubiläum keinen Neubau vorzeigen kann, wird das für die Bundesrepublik eine Blamage." Diesen Rat nahm Jaeggi an und dann ging alles ganz schnell. Es folgten Beschluss im Koalitionsvertrag, Finanzierungsvertrag und neuer Wettbewerb für den Objekt-Planungsauftrag.

Bauhaus Design forever

Der drei farbig leuchtende Pavillon, den Miersch-Süß 2005 für das Bauhaus-Archiv entwarf und umsetzte, zierte lange und mit Weitblick die Wahrnehmung der Institution von außen. "Mich überrascht, wie der doch sehr einfache und mit wenigen Mitteln gestaltete Pavillon tausende Besucher als "Urban Eyecatcher" zu Fotos mit unglaublicher Internetverbreitung inspirierte." Noch heute ist der Pavillon neben den Sheddach Ansichten das bildliche Synonym für das Bauhaus-Archiv in Berlin. Der Pavillon hat dem Bauhaus-Archiv ein Gesicht gegeben, eine einfache Identifikation für Bauhaus Fans weltweit. Und das freut mich bis heute."

Bauhaus-Archiv Re Designed

Wie sich die Architektin das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Zukunft vorstellt, wird ganz genau in ihrem Masterplankonzept deutlich. Demzufolge empfiehlt Miersch-Süß zwei separate Gebäude: ein wissenschaftliches Zentrum mit Archiv und Bibliothek sowie ein modernes Ausstellungsgebäude. Und dieses sollte am Besten ein Neubau sein. Das Bestandsgebäude wird allein als Archiv und Bibliothek profiliert. „Nach meinem Konzept wäre es möglich, die von Gropius gedachte Transparenz des fließenden Raumes von der Halle am Landwehrkanal bis in die Mittelhalle der neuen Bibliothek hinein wieder herzustellen“, sagt die Architektin. „Eines der schönsten Gebäude der Nachkriegsmoderne im Berliner Tiergartenareal wäre dann wieder in seinem vollen Glanz erlebbar.”

ART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-SüßEntwurf für die Neugestaltung des Mittelbaues Bauhaus-Archiv zur Nutzung als BibliothekART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-SüßART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-SüßART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-SüßART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-Süß

Bauhaus - Perspektiven

„Die Mittelhalle mit den innen wie außen charakteristischen vier Sheddächern – das Markenzeichen des Bauhaus-Archivs in Berlin – wird die Bibliothek aufnehmen“, verrät Miersch-Süß. "Darin erstreckt sich der Lesesaal. Diese Eleganz aus Understatement und Funktionalität stellt dieses zweifelsfrei einzigartige Gebäude der klassischen Moderne als größtes Exponat der Bauhaus-Archiv-Sammlung angemessen in den Mittelpunkt."

So würde es bei Umsetzung des Konzepts gelingen, dass das "Architekturexponat Bauhaus-Archiv" aus den 1960er Jahren einmal das Archiv mit Bibliothek und Magazinen beherbergt und im Solitär-Neubau, dem Museum für Gestaltung, die weltgrößten Sammlungsbestände zum Bauhaus auf 2300 Quadratmetern umfassend als reine museale Ausstellung präsentiert werden können. „Damit am Ende das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung seiner Entwicklung, die es seit seiner Grundsteinlegung 1976 genommen hat, auch weiterhin als "Erinnerungsstätte des Experiments" konsequent folgen kann“, so das Resümée der Architektin.

Text: Angela Kaiser, Rendering MSAO International

Quelle: MSAO Projektarchiv

Die Architektin Ines Miersch-Süß im Deutschen Architektenblatt zum Bauhaus 100

ART CORPORATES INTERIORS by Ines Miersch-Süß
Miersch-Süß Entwurf für den Mittelbau Bauhaus-Archiv zur Nutzung als Bibliothek Re Design Phase 3_ 2008

Bauhaus-Archiv Re Design

Die Architektin Miersch-Süß hat das RE Design des Bauhaus-Archiv von 2003 bis 2013 verantwortet. Einen Neubau für das Museum für Gestaltung sowie die Neugestaltung des Bauhaus-Archiv, Ideengeber war der Gründer Hans-Maria Wingler, sind das Ergebnis eines ausdauernden Design Think.